Wohnhaus statt Durchhaus

Sie sperren am Abend die Wohnungstür auf – und im Stiegenhaus stehen wieder Rollkoffer. Neue Gesichter. Eine Party um Mitternacht. Müllsäcke ohne Trennung im Gang. Und am nächsten Morgen bleibt das Gefühl: Dieses Haus ist immer weniger ein Zuhause.

Was dahintersteht, ist nicht nur ein Ärgernis im Alltag – es ist ein handfestes Wohnproblem: Wenn Wohnungen touristisch kurzzeitig vermietet werden, fehlen sie dauerhaft am Mietmarkt. Wohnraum verschwindet – und dadurch steigen Mieten und Immobilienpreise. Besonders dramatisch ist das dort, wo Kurzzeitvermietung illegal betrieben wird und trotzdem kaum Konsequenzen drohen.

Für manche ist das ein lukratives Geschäft: Mit wenigen Nächten über Plattformen wie Airbnb lässt sich oft deutlich mehr verdienen als mit einer normalen Monatsmiete. Für alle anderen zahlen wir die Rechnung: weniger verfügbare Wohnungen, mehr Konkurrenz um jede freie Mietwohnung – und ein Bezirk, in dem Wohnen Schritt für Schritt unleistbarer wird.

Was mich besonders ärgert: Kontrollen finden viel zu selten statt. Die zuständige Baupolizei müsste konsequenter einschreiten – doch das passiert nicht in ausreichendem Ausmaß. Meine Anfrage hat gezeigt, wie groß die Lücke zwischen Realität und Kontrolle ist: Im 4. Bezirk sind bei der Baupolizei nur drei Wohnungen als touristische Kurzzeitvermietung legal gemeldet – obwohl über 400 Wohnungen auf Airbnb angeboten werden.

Dazu kommt ein zweites Problem: Auch legale Umwidmungen dürfen nicht zum Einfallstor werden, um Wohnraum dauerhaft aus dem Markt zu ziehen. Aktuell erleben wir im Bezirk mehrere Vorhaben, bei denen ganze Bereiche von Gebäuden in Richtung touristischer Nutzung gedrückt werden. Genau hier versagen SPÖ und NEOS: Die Wiener Bauordnung erlaubt es aktuell sogar in Wohnzonen, unter bestimmten Voraussetzungen das gesamte Erdgeschoß und 20% der restlichen Flächen für touristische Kurzzeitvermietung umzuwidmen. So gehen immer mehr Wohnungen und Geschäfte dauerhaft verloren.

Wir Grünen setzen uns dafür ein, dass
• illegale Kurzzeitvermietung konsequent unterbunden wird,
• Kontrollen und Strafen wirksam werden,
• und Lücken in der Bauordnung geschlossen werden, damit Wohnraum Wohnraum bleibt.

Wenn Sie von Kurzzeitvermietungen in Ihrem Haus oder Ihrer Umgebung betroffen sind: Melden Sie sich bitte bei mir – per E-Mail unter pascal.riepl@gruene.at oder telefonisch unter 0660 819 7963. Oder kommen Sie zu unserer Informations- und Diskussionsveranstaltung am 25. Februar 2026 um 18 Uhr im Café Goldegg. Erfahren Sie mehr, sprechen Sie mit Expert:innen und schildern Sie uns Ihre Erfahrungen – damit wir gezielt weiterhelfen können.

Pascal Riepl
Sprecher der Grünen Wieden, stellvertretender Bezirksvorsteher Wieden