Wenn man zum Durchatmen erst durch Abgase muss: Luft am Gürtel endlich ernst nehmen
Viele haben es am Handy gesehen – und in der Lunge gespürt: Am Freitag, 23. Jänner 2026, war Wiens Luft laut Stadt Wien „unbefriedigend“ (Index 4).
Gerade im Winter ist das kein Zufall: Autoabgase und Hausbrand (alte Heizsysteme) belasten die Luft – und an stark befahrenen Straßen wie dem Gürtel wird es besonders schlimm.
Als jemand, der regelmäßig laufen geht, trifft mich das ganz konkret: Vom 4. Bezirk aus sind Schweizergarten und Arsenal die naheliegenden größeren Grünräume – aber um dorthin zu kommen, muss man oft den Gürtel queren. Und genau dort entscheidet man sich dann unfreiwillig: Sport auslassen (obwohl Bewegung gesund ist) oder auf dem Weg dorthin die schlechteste Luft einatmen.
Ist Sport bei solchen Werten gesundheitsschädlich? Vor allem in Verkehrsnähe und bei intensiver Belastung kann das problematisch sein, weil man beim Sport schneller und tiefer atmet und dadurch mehr Schadstoffe aufnimmt.
Für Kinder und vulnerable Gruppen (z. B. Menschen mit Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) ist das besonders relevant – da heißt es: Belastung an stark befahrenen Straßen möglichst reduzieren.
Und das ist keine Bagatelle: Laut VCÖ verursachen Feinstaub, NO₂ und Ozon in Österreich rund 6.100 vorzeitige Todesfälle pro Jahr.
Unsere Forderung als Grüne Wieden: Wir brauchen endlich konsequente Maßnahmen für sauberere Luft (saubere Wärme wie Wärmepumpen, weniger Verbrennerverkehr, mehr Öffis) – und ein genaueres Monitoring direkt am Gürtel. Darum werden wir in der kommenden Bezirksvertretungssitzung eine zusätzliche Messstation am Gürtel beantragen.
Niemand sollte sich in Wien zwischen Gesundheit und Bewegung im Freien entscheiden müssen.