9. September – Wiener Equal Pension Day

Der Equal Pension Day (EPD) ist jener Tag im Jahr, an dem Männer bereits so viel Pension bekommen haben wie Frauen bis zum Jahresende bekommen haben werden. Dieser Tag fiel für Österreich heuer auf den 3. August, 2021 auf den 1. August. Das bedeutet, dass Frauen österreichweit jetzt im Durchschnitt 41,06 Prozent weniger Pensionseinkommen haben als Männer. Die durchschnittliche Männerpension beträgt 2.103 Euro brutto, die der Frauen nur 1.239 Euro brutto. Und das bei der aktuellen Teuerungswelle!

EPD in Wien später

Der Wiener EPD findet heuer erst am 9. September statt. 2021 war es der 6. September. In Wien beträgt der Pension Gap jetzt daher 30,96 Prozent. Frauen bekommen hier im Durchschnitt also etwas mehr als im restlichen Österreich. Allerdings sieht das nicht in allen Bezirken gleich aus.

Unterschiede in den Bezirken

In Bezirken mit einem hohen Durchschnittseinkommen wie Hietzing oder Döbling sind sowohl die Einkommensunterschiede wie auch die Pension Gaps höher als im Durchschnitt. Hingegen sind in den armen Bezirken wie Rudolfsheim-Fünfhaus und Brigittenau die Unterschiede unterdurchschnittlich. In letzteren sind also auch die Pensionisten arm, die Pensionistinnen trotzdem noch ein bisschen ärmer. Und bei den gut bezahlten Jobs werden Frauen noch mehr diskriminiert oder bekommen sie gar nicht.

Unterschiede in den Bundesländern

Auch österreichweit gibt es große Unterschiede. Während Wien den geringsten Pension Gap hat, ist Vorarlberg das absolute Schlusslicht. Dort fand der EPD ganze zwei Monate früher als in Wien statt, am 9. Juli 2022. Die Vorarlbergerinnen bekommen kaum mehr als die Hälfte der Pension der Männer, rund 48 Prozent. Seit 2015 hat sich Vorarlberg nur um sechs Tage verbessert, Wien um 19 Tage. Trotzdem ergab eine Umfrage der Bezirkszeitung, ob man Frauen, die von Altersarmut betroffen sind, kennt, 100 Prozent. Alle, die die Umfrage beantwortet haben, kennen Betroffene.

Es muss etwas geschehen

Eines der reichsten Länder der Welt darf sich mit Altersarmut nicht abfinden. Wir brauchen daher dringend eine echte Lohntransparenz, so dass man Lohndiskriminierung deutlich sehen und ihr entgegenwirken kann. Ebenso ein gerechtes Karenz- und Elternzeit-Modell, das die Aufteilung der unbezahlte Sorgearbeit zwischen den Eltern ermöglicht. Faire Entlohnung und qualitativ hochwertige flächendeckende Kinderbetreuung sind ebenfalls unumgänglich. Ein geschlechtergerechtes Lohn- und Pensionssystem muss her.

https://www.wien.gv.at/menschen/frauen/pdf/gender-pension-gap.pdf

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