Ausgerechnet wir Grüne kämpfen für faireres Parken – und werden ausgebremst

Viele wundern sich: Warum setzen sich ausgerechnet die Grünen Wieden so stark für Parkgerechtigkeit ein? Unsere Beweggründe sind klar:

Erstens: Regeln müssen fair sein. Parkraum im Bezirk soll in erster Linie jenen zugutekommen, die hier wohnen. Zweitens: Wir wissen, dass es Menschen gibt, die auf ein Auto angewiesen sind. Wenn der Parkdruck für Bewohner:innen sinkt, steigt auch die Akzeptanz für das, was der Bezirk dringend braucht: Verkehrsberuhigung und Begrünung – Maßnahmen, die Lebensqualität schaffen und die Stadt klimafit machen.

Umso unverständlicher ist, dass unsere letzten zwei Anträge genau in diese Richtung von SPÖ, NEOS, ÖVP und FPÖ abgelehnt wurden.

Ein Antrag, der das Gratisparken ab 18 Uhr auf der Wiedner Hauptstraße abschaffen sollte

Es ist kaum zu erklären, warum man auf einer der zentralen Straßen des Bezirks ab 18 Uhr kostenlos parken kann. Das lädt Einpendler:innen aus anderen Bezirken oder Bundesländern geradezu ein – und nimmt den Bewohner:innen Stellplätze weg. Wir wollten das ändern. Die anderen Parteien nicht.

Ein weiterer Antrag forderte eine Studie: Wer parkt wann auf der Wieden?

Wir haben uns die Zahlen angesehen: In den letzten drei Jahren sind die Autozulassungen im Bezirk um rund 1.000 gesunken (von ca. 10.000 auf ca. 9.000). Auch die Parkpickerl-Besitzer:innen sind um 496 von 2022 bis 2025 weniger geworden. Gleichzeitig haben die Umbau- und Begrünungsprojekte (Argentinierstraße, Wiedner Hauptstraße und andere kleinere Maßnahmen) deutlich weniger als diese 500 bzw. 1.000 Stellplätze gekostet.

Das heißt: Der oft beschriebene Parkdruck kann logisch nicht primär an Begrünung und Umbauten liegen – die Zahlen geben das schlicht nicht her. Viel wahrscheinlicher ist, dass immer mehr Menschen von außerhalb den Bezirk „verparken“. Genau deshalb wollten wir eine Studie: Wer nutzt den Parkraum, zu welchen Zeiten – und was sind die wirksamsten Maßnahmen gegen Einpendel-Parkverkehr? Auch das wurde abgelehnt.

Außerdem setzen wir uns schon seit Längerem dafür ein, den Wildwuchs an Diplomatenparkplätzen einzudämmen, und fordern mehr Anrainer:innenparken. Dabei konnten wir bereits erste – wenn auch noch kleine – Erfolge erzielen.

Fazit: Während andere Parteien zuschauen, lassen sie die Bewohner:innen mit dem Parkdruck im Stich. Und ja: Es scheint absurd zu sein, aber nur wir setzen uns für mehr Fairness ein. Weil gerechte Regeln, weniger Einpendel-Parkverkehr und mehr Akzeptanz für Begrünung und Verkehrsberuhigung zusammengehören.