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am 18. Dezember 2017

Kind sein in Wien und auf der Wieden

Julia Malle - Eine Aufwertung des Vorbereichs von Schulen wäre ein wichtiger Baustein in einer für Kinder lebenswerten Stadt.

Junge Mutter mit Kind

Gehen Sie kurz in sich. Wie oft haben Sie eine Schulwahlentscheidung in Frage gestellt, weil die Schule über nicht genügend Raumangebot verfügt, der Schulhof zu eng und der Turnsaal zu klein ist?

Wie oft haben Sie sich schon darüber geärgert, dass Ihr Kind den ganzen lieben langen Tag in der Schule sitzt und nicht auch das Freie genießen kann? Nun wäre es natürlich naiv zu glauben, dass man von heute auf morgen alle Schulen Wiens umbauen wird. Jedoch fängt Schulraum nicht erst mit den Mauern des Schulhauses an, sondern umfasst auch die Umgebung, d.h. den öffentlichen Raum vor den Schulen.

Wäre es daher nicht toll, mehr Freiräume für Kinder zu schaffen, in denen sie sich sicher fühlen, in denen sie spielen und sich bewegen dürften, wie es ihrem Alter angemessen ist? Ein öffentlicher Raum, der für Bewegungsmöglichkeiten sorgt, wie sie gerade Stadtkinder brauchen? Besonders jene Kinder haben heute oftmals wenig Gelegenheit draußen zu sein. Wie wäre es also mit Freiflächen, die diesen Kindern gehören? Verkehrsraum, der auch anders genutzt werden könnte, zum Spielen und Toben? Verkehrsraum, in dem sich die Kinder aber gefahrlos bewegen können? Raum zum Ausprobieren alternativer Methoden des Unterrichtens, zum Lernen draußen an schönen Frühlingstagen oder auch nur zur Erholung. Auch aus pädagogischen Gründen wäre ein sinnvoll gestalteter öffentlicher Raum für Schüler_innen wünschenswert. Eine kinderfreundliche Stadtentwicklung nimmt darauf Rücksicht.

Ein kinderfreundliches Umfeld könnte dann auch bedeuten, dass unsere jüngste Bezirksbevölkerung, ganz im Sinne der Mitbestimmung, den Raum, in dem sie leben will, selbst gestaltet. Selbstbestimmt über den eigenen Lebensraum mitentscheiden zu dürfen, bedeutet auch Verantwortung lernen und Gemeinschaft zu erleben. Der Schule mit ihrem Umfeld kommen dabei zwei wichtige Aufgaben gleichermaßen zu, nämlich Bewegungs- und Sozialkompetenz zu fördern.

Eine Aufwertung des Vorbereichs von Schulen wäre ein wichtiger Baustein in einer für Kinder lebenswerten Stadt. Wären Schulvorplätze beispielsweise so ausgestaltet, dass Schüler_innen attraktive und sichere Aufenthalts- und Bewegungsräume vorfänden, wäre auch die Schulwahl weniger Qual.