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am 18. September

Auf der Wieden müssen die Menschen auf neue Gasrohre warten, damit sie einen Baum bekommen

Karin Lehmann - Es können auch neue Wasserleitungen, Fernwärme oder -kälte sein. Vorausgesetzt die Straße wird aufgerissen. Nur dann will die Bezirksvorsteherin neue Bäume setzen oder Grünbeete anlegen.

Es können auch neue Wasserleitungen, Fernwärme oder -kälte sein. Vorausgesetzt die Straße wird aufgerissen. Nur dann will die Bezirksvorsteherin neue Bäume setzen oder Grünbeete anlegen.

Was ist schöner als ein Baum vor den Fenstern,

der blüht und Vögeln Schutz bietet und der den Straßenraum abkühlt? Die Wieden ist einer der heißesten Bezirke Wiens. Dennoch laufen alle unsere Vorschläge für neue Bäume ins Leere. Denn der Bezirk hat wenig Geld, die Schulsanierungen Waltergasse und Schaumburgergasse und vor einigen Jahren der Elisabethschule und Schule in der Phorusgasse haben das Bezirksbudget auf Jahre hinaus schwer belastet. Förderungen der Stadt aus der „Klimamilliarde“, von denen wir uns viel erwartet haben gibt es nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. 

Das Teure ist nicht der Baum, sondern die Aufbereitung des Untergrunds.

Die Straßen der Wieden sind mit Rohren für die Versorgungsleitungen für unserer Wohnungen dicht bestückt. Sie liegen als Hauszuleitungen unter den Gehsteigen, die Hauptstränge meistens aber im Straßenbereich. Und nur dort können Bäume gepflanzt werden, damit sie nicht zu dicht an die Hausfassaden heranwachsen. Sie brauchen einen umfassenden Wurzelraum, damit sie sich gut entwickeln, allerdings sind Leitungen empfindlich gegen die Umrankung durch Baumwurzeln. Daher werden neu verlegte Leitungen für Gas oder Wasser in einer doppelten Verrohrung geschützt. Dann kann das Leitungsrohr einmal getauscht werden, ohne den Baum zu schädigen.

Wenn aufgegraben wird, ist die Chance für einen Baum da. Wenn nicht, dann nicht.

Nur in besonderen Fällen, wenn auch die BürgerInnen sich auf die Füße stellen, Unterschriften sammeln und gegen ihre kahle Straße protestieren, kommt nach Jahren ein Begrünungsprojekt zustande. Beispiel Weyringergasse – im Herbst 2021 wird mit den Pflanzungen begonnen. Aber das ist die Ausnahme. Die Bäume werden auch dort nur auf der „Schattenseite“ gepflanzt, weil auf der „Sonnenseite“, die ja für die Kühlung wesentlich wichtiger ist, eine Gasleitung liegt. Also hoffen Sie, liebe MitbürgerInnen auf der Wieden, dass alte Leitungen ausgetauscht werden, und schreiben Sie uns angekündigte Bauarbeiten. Dann können wir in der Bezirksvertretung einen Baum beantragen. Wir hoffen, dass Sie bis dahin die jährlich zunehmende Sommerhitze gut überstehen.