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am 14. September

Grün gegen Hitzekollaps

Karin Lehmann - Hitzewellen wie heuer sind im dicht verbauten Stadtgebiet für die Gesundheit vieler Menschen eine enorme Belastung.

Immer mehr Hitzetage in der Stadt


Beton, Asphalt, dunkle Hausfassaden und dunkle Autos heizen die Stadt auf, insbesondere, wenn es mehrere Tage über 30 Grad hat. Diese Entwicklung ist in weiten Teilen auf den global verursachten Klimawandel, das heißt auf den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur zurückzuführen. Was also in Zukunft an Hitzetagen tun, außer die Jalousien herunter zu lassen und viel zu trinken?

Die Antwort ist: Mehr Grün.


Grünflächen, Bäume und Sträucher reduzieren nachweislich die Lufttemperatur, indem sie Wasser verdunsten. Du kannst den Temperaturunterschied feststellen, wenn du aus einer befahrenen Straße in einen Park hineingehst. Plötzlich ist es angenehm und du kannst atmen. Es ist nicht nur die kühlende Wirkung, Pflanzen reduzieren auch Feinstaub, Stickoxyde und CO². „Pflanzen inmitten urbaner Bausubstanz haben vielfältige positive Wirkungen. Aus Sicht der Gesundheit sind insbesondere hervorzuheben: Verbesserung des Mikroklimas, Verbesserung der akustischen Situation und der Luftqualität, und psychologische Auswirkungen.“ (Doz. Dr. Hanns Moshammer Inst. Umwelthygiene, Med. Uni Wien).

Grüne Wände


In Wien hat sich die Situation in den letzten Jahren insofern etwas verbessert, als Grüne Maßnahmen für Grätzeloasen, Gemeinschaftsgärten, zu Fuß-Gehen wie auch Radfahren ergriffen wurden. In Stadterweiterungsgebieten werden vermehrt Grünflächen eingeplant. Jedoch im dicht verbauten Gebiet wie bei uns auf der Wieden gilt es, jede Möglichkeit für mehr Grün zu nützen: Versperrte Grünflächen im Bezirk zugänglich machen, Pflanztröge im Gehsteigbereich aufstellen, Innenhöfe und Hausfassaden begrünen. 

Großes Potential


Fassaden sind ein noch weitgehend ungenütztes Potenzial für Grünpflanzen. Eine Vielzahl von Gewächsen, die sich ranken oder emporschlingen können eine Straße oder einen Innenhof nicht nur optisch sondern eben auch klimatisch verbessern. Rankende Pflanzen wie Efeu oder Waldrebe sind besser für Gitter- oder Seilkonstruktionen geeignet, da sie in den Mauerputz mit Wurzelfüßchen eindringen würden. Hingegen haftet der in Wien populäre „Veitschi“ ohne irgendwelche Konstruktionen an fast allen Oberflächen, ohne diese zu beschädigen.

Förderung durch Stadt Wien


Die Stadt Wien fördert Fassadenbegrünungen, weil sie das Mikroklima verbessern und die gesundheitsgefährdende Wirkung der kleinsten Feinstaubpartikel (<10µm) reduzieren. Damit der nächste Sommer in der Stadt erträglicher wird, planen und projektieren wir schon, wo sich vielleicht eine Fassade oder eine Feuermauer für eine Begrünung eignet. Wenn du nähere Informationen wünschst oder selber eine geeignete Mauer nennen kannst, dann kontaktiere uns unter wieden@gruene.at​. Jeder von uns kann gegen die Folgen der Klimaerwärmung etwas tun!