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am 9. Juli

Abriss des Biedermeierhauses gestoppt

Barbara Neuroth - Grüne fordern die Wiederherstellung! Am Montag, 2. Juli wurde der Abriss des Biedermeierhauses in der Karolinengasse 13 (Gasthaus Sperl) gestoppt und es werden keine weiteren Abbrucharbeiten vorgenommen.

Abbruch gestoppt, Baurechtsnovelle wirkt​


Am Donnerstag, 21. Juni konnte man in Gasthaus Sperl noch speisen, am Freitag wurden Kühlanlagen, Lüftung und Küche abtransportiert und am Samstag, 23. Juni begann der überstürzte Abriss mit der Abtragung des Daches. Man hatte es sehr eilig, denn der Abbruch sollte ja vor dem 1. Juli (wenn die Baurechtsnovelle zum Schutz erhaltungswürdiger Gründerzeithäuser in Kraft tritt) und viele Übertretungen wurden begangen Z.B. die Arbeiter am Dach waren nicht angeseilt, die Gehsteige und die Parkspur vor dem Haus waren nicht gesichert und die vorübergehenden Fußgänger_innen und die parkenden Autos waren echt gefährdet.

Mehrere Behördenvertreter und die Polizei waren zeitweise vor Ort, es gab viele Gründe für die Behörden um die Bauarbeiten einzustellen, warum das leider nicht geschehen ist, erscheint angesichts des jetzigen Abbruchstopps merkwürdig.

Reste des teilweise abgerissenen "Sperl Hauses"

Gasthaus Sperl wird als erhaltungswürdig eingestuft


Am 2. Juli wurde der Abriss von der Baupolizei gestoppt. Nicht nur „das Sperl“ sondern in ganz Wien 80 Gebäude. Die MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung hat davon 28 einer „ersten Einschätzung“ unterzogen und 18 davon aus diversen Gründen als erhaltungswürdig eingestuft. Auch das Biedermeierhaus in der Karolinengasse 13 (das ehemalige Gasthaus Sperl) ist darunter.

Das Haus hat kein Dach mehr. Aber die Front in der Karolinengasse ist noch vollständig erhalten, in der Mommsengasse fehlt ca. ein Drittel der Straßenfassade. Trotz der Eile, die man an den Tag gelegt hatte, steht noch sehr viel von der Struktur. Eine Wiederherstellung ist daher ohne weiteres möglich.

Erhalten wünschenwert - vorsichtige aufstockung denkbar​

Mit einer gelungen architektonischen Aufstockung in Maßen könnte sich der neue Eigentümer ein Denkmal setzen und zur städtebaulichen Vielfalt in Sichtweite des Belvedere einen wichtigen Beitrag leisten.

Wir Grünen sehen die Erhaltung des Gebäudes und eine Aufstockung in Maßen sehr positiv, zumal das Wohnen in gut renovierten alten Häusern auch am Wohnungsmarkt stark nachgefragt und leistbarer ist als Neubauten.