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am 5. Dezember 2017

Einkaufen im Grätzl: Besser mit dem Rad

Karin Lehmann - Bereits jede_r Zweite lässt für kurze Strecken das Auto stehen.

Es sind vor allem die Wege zu den Geschäften und Dienstleistungsbetrieben in der näheren Umgebung, bei denen die Wiedner_innen lieber aufs Auto verzichten und dem Fahrrad den Vorzug geben. Ganz ohne Stau direkt zufahren – und ein kleiner Abstellplatz fürs Rad ist allemal schneller gefunden als einer fürs Auto. Obwohl – da gibt es noch einiges zu tun. Warum wollen wir Grüne das:

Gewinner ist die Gesundheit

Mehr Radfahren bedeutet weniger Autoverkehr und entsprechend bessere Luft und weniger Lärm. Der gesundheitliche Effekt von Stickoxyden und Feinstaub, der vom Autoverkehr ausgeht, ist inzwischen allgemein bekannt: Die Diesel-Diskussion nennt für Österreich 80 Todesfälle jährlich, die auf massiv überschrittene Abgaswerte zurückgehen. Wer mit dem Rad fährt verschafft sich und den Anderen einen gesundheitlichen Vorteil.

Auch das Grätzl profitiert

Statistisch gesehen gehen Radfahrer_nnen öfter einkaufen als Autofahrer_nnen, weil es unkompliziert ist. Sie geben sogar etwas mehr Geld aus. Die Geschäftsleute sehen ihre Kund_innen also öfter, und sind auch bereit, beim Service nachzulegen, wenn etwas zu bestellen ist oder repariert werden soll. Im Konkurrenzkampf gegen den Online-Handel entsteht so der richtige Impuls, damit Nahversorgung lebendig bleibt.

10 Fahrräder passen auf 1 PKW Abstellplatz

Radständer sind eine Voraussetzung dafür, dass die kurzen Erledigungswege im Bezirk mit dem Rad gemacht werden. Wir Grüne haben daher in der Bezirksvertretung beantragt, auf der Wiedner Hauptstraße zusätzliche Radständer auf der Straße in der Parkspur zu errichten. Leider sehen die anderen Fraktionen in der Bezirksvertretung nur den Verlust von PKW-Stellplätzen, und nicht die vielfältigen Nutzen von Rad statt Auto – weniger Stau, bessere Luft, belebte Nahversorgung, und haben den Antrag abgelehnt. Aber wir bleiben dran.

Fragen und Anregungen dazu?
Bitte per e-mail an wieden@gruene.at​ oder auf facebook


Der antrag im Wortlaut

Der Klub der Grünen Wieden stellt in der Sitzung der Bezirksvertretung Wieden am 28. September 2017 den folgenden 

ANTRAG:

Die Bezirksvertretung möge beschließen:

Die zuständige Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung Mag.a Maria Vassilakou wird ersucht, die MA 28 und die MA 46 mit der Errichtung von Fahrrad-Abstellanlagen an folgenden Örtlichkeiten in der Wiedner Hauptstraße,

•    Parkspur vor ONr. 60B
•    Gehsteigfläche zwischen Schutzweg und Baum vor ONr. 66 (Erweiterung der bestehenden Anlage)
•    Parkspur vor Onr. 65
•    Parkspur vor ONr. 73 (Eingang Spar)
•    Parkspur vor ONr. 76 (Überprüfung, ob Ladezone in der bestehenden Länge zwingend notwendig ist)
•    Parkspur vor ONr. 78

sowie in der Schaumburgergasse, Parkspur vor ONr. 1 (Eingang Billa) zu beauftragen.

BEGRÜNDUNG:
Es sind vor allem die kurzen Wege zu den Geschäften und Dienstleistungsbetrieben in der näheren Umgebung bei denen die Wiedner_innen lieber aufs Auto verzichten und dem Fahrrad den Vorzug geben. Nicht unbedingt oder nicht nur, weil sie dadurch einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität, der Verringerung der Lärmbelastung, der Steigerung der Aufenthaltsqualität – mit allen positiven Konsequenzen für Gesundheit und Wohlfühlen – leisten. Vielmehr genießen Radfahrende den Vorteil der schnellen und direkten Zufahrt zu Geschäften, zum Friseur, zur Ärztin, zur Bank etc. – anstatt sich im Stau und bei der Parkplatzsuche zu ärgern.

Umgekehrt profitieren die Nahversorger_innen im dicht bebauten Stadtgebiet mit eingeschränktem Parkplatzangebot von der leichteren Zugänglichkeit mit dem Fahrrad. Im Wettbewerb mit Online-Handel und Shopping-Centern sind Rad fahrende Kund_innen für viele Nahversorgungsbetriebe zunehmend überlebensnotwendig. Geeignete Abstellanlagen für Fahrräder fördern also nicht nur den Fahrradverkehr. Da auf dem Platz, den 1 PKW benötigt problemlos 10 Fahrräder passen, erhöht sich das Kund_innenpotenzial der Nahverorger_innen um eben jenen Faktor.

In der Wiedner Hauptstraße – einer der zentralen Nahversorgungszentren der Wieden – stehen wie im Plan der Stadt Wien ersichtlich ist, viel zu wenige Radabstellanlagen zur Verfügung (Grüne Symbole). Die roten Pfeile zeigen auf die im Antrag angeführten Örtlichkeiten.​