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am 5. Mai

Hilfsfonds & Kautionsfonds: Grüne Initiativen zu Leistbarem Wohnen

Martin Grabler - Die Wieden liegt im Ranking der Wiener Bezirke auf Platz vier, noch vor Hietzing oder Döbling.

Hilfsfonds & Kautionsfonds: Grüne Initiativen zu Leistbarem Wohnen

Sechzehn Euro und neunzehn Cent. So viel wird laut immopreise.at derzeit für einen Quadratmeter Mietwohnung, die im 4. Bezirk angeboten wird, durchschnittlich verlangt.

Damit liegt die Wieden im Ranking der Wiener Bezirke auf Platz vier, noch vor Hietzing oder Döbling. Und die Kosten steigen weiter. In den letzten zehn Jahren ist Wohnen im Vergleich zu als anderen Gütern des täglichen Lebens ungleich teurer geworden, die Durchschnittsgehälter können mit den Wohnungsmieten schon lange nicht mehr mithalten.

Anlass für zwei Initiativen der Grünen im Gemeinderat, den Hilfsfonds für Mieter*innen in Not und den Wiener Wohnungskautionsfonds.

Der Hilfsfonds für Mieter_innen in Not soll unmittelbar von Delogierung Betroffenen schnell und unbürokratisch helfen. Gemeinderat Georg Prack zieht dabei einen Vergleich zu den Corona-Hilfen für die Wirtschaft und fordert die Stadt Wien auf, soziales Elend mit diesem Fonds nachhaltig zu verhindern. Delogierungen kommen die Stadt teurer als die Langzeitfolgen von Obdachlosigkeit.

Die Bundesregierung hat mit der Möglichkeit zur Stundung von Mieten und dem Aussetzen der Erhöhung von Richtwertzinsen, mit der befristeten Erhöhung von Notstandshilfe und anderen Unterstützungsleistungen zwar schon wichtige Beiträge zur sozialen Absicherung geleistet. Aber: Bei drohender Wohnungslosigkeit darf sich die Stadt nicht aus Verantwortung stehlen, so Prack.

Die Wiener Grünen haben diesbezüglich kein Verständnis für die Abschiebung von Verantwortung an andere Gebietskörperschaften wie Bund oder EU. Hier trägt die Stadt Wien unmittelbar Verantwortung und kann es sich auch leisten diesen Fonds einzurichten.

Im Februar haben die Grünen einen weiteren Antrag im Gemeinderat eingebracht, den auf Errichtung eines Wiener Wohnungskautionsfonds. Profitieren würden von einem Wohnungskautionsfonds vor allem junge Leute und Jungfamilien sowie Mieter*innen mit befristeten Mietverträgen.

Nach dem Vorbild anderer Städte in Österreich - Graz, Linz, Salzburg - soll ein Instrument geschaffen werden, das es speziell jungen Menschen erleichtert, eine Wohnung anzumieten.

Schließlich fallen neben der ersten Monatsmiete, notwendigen Erstinvestitionen und Gebühren auch Kosten für die Kaution an, meist drei Bruttomonatsmieten. Vor allem bei befristeten Mietverträgen eine oft unüberwindliche Hürde.