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am 17. January

Sperl-Haus: Abriss zum zweiten Mal gestoppt

Manfred Itzinger - Am Montag, 14.1. hat der Eigentümer des Sperl-Hauses in einer Nacht- und Nebelaktion um 6 Uhr früh wieder mit dem Abriss begonnen. Widerrechtlich, sagt die Baubehörde.  

Ungesetzliche Nacht- und Nebelaktion



Der Bagger wurde um 4 h morgens angeliefert und um 6 Uhr wurde mit dem Abriss begonnen. Wie schon im Juni wurde ohne Rücksicht auf die geltende Gesetzeslage gearbeitet. Offensichtlich sollten möglichst rasch Fakten geschaffen werden. Sogar die Gefährdung der Bevölkerung wurde in Kauf genommen. Der Schutt stürzte auf den Gehsteig, ohne entsprechende Sicherungsmaßnahmen!
 

Neuerlicher Stopp durch die Baupolizei



Um 9.30 hat die Baupolizei den Abriss gestoppt. Aber zu diesem Zeitpunkt war von dem Biedermeierhaus nicht mehr viel übrig. Da die Entscheidung, ob das Biedermeierhaus erhaltungswürdig gewesen wäre, noch aussteht, sind langwierige Rechtsstreitigkeiten vorprogrammiert. Die Ruine wird uns noch lange erhalten bleiben.
 

Auch Immobilienverwerter haben sich an Gesetze zu halten



Die brachiale Vorgehensweise des Bauwerbers kann nicht hingenommen werden. Die Behörden sind  aufgerufen, mit der vollen Strenge des Gesetzes durchzugreifen: ein Strafrahmen von 100.000 Euro, Entzug der Gewerbeberechtigung, sogar Haftstrafen werden kolportiert.  Es geht um den Schutz des Stadtbildes und der Bevölkerung vor hemmungslos agierenden Immobilienverwertern.
 

Abrissstopp vom 1. Juli falsch zugestellt



Auf Grundlage der Baurechtsnovelle wurde von der Baubehörde ein Abrissbescheid erlassen, der nicht richtig zugestellt wurde. Der Verwaltungsgerichtshof hat darüber am Freitag entschieden, dass die Zustellung nicht korrekt war. Der Bauwerber hat sofort alles für den weiteren Abriss in die Wege geleitet. Halteverbotsschilder aufgestellt, deren Gültigkeit im Dezember 2018 abgelaufen sind.

Grüne sind entsetzt über die Vorgangsweise

 


Der Bauwerber hat in der Vergangenheit mit dem Bezirk eine gute Zusammenarbeit angekündigt. Für uns Grüne sieht eine Zusammenarbeit anders aus. Hier wurden widerrechtlich Fakten geschaffen, die den Erhalt des Hauses nunmehr unmöglich machen. Er hat das laufende Gerichtsverfahren über die Erhaltungswürdigkeit des Gebäudes grob missachtet und dem Bezirk für längere Zeit eine unansehnliche Ruine beschert, die keiner braucht und will. Ein Schlag ins Gesicht des Rechtsstaates! Wir werden die weiteren Entwicklungen genau beobachten und darüber berichten.​​