Bezirke
Navigation:
am 5. April

Armut im öffentlichen Raum

Barbara Neuroth - aus den Augen, aus dem Sinn, auch auf der Wieden??

Wir Grüne thematisierten diese Geschichten schon im vergangenen Jahr und haben auch heftige Reaktionen in der Bezirkszeitung erhalten.

https://wieden.gruene.at/themen/zusammenleben/solidaritaet-mit-wohnungslosen-menschen

Denn sie werden gelitten und nicht gerne gesehen: bettelnde Menschen vor Geschäften und Supermärkten zeigen uns täglich, dass es Armut gibt. Es sind meist zugewanderte Menschen aus dem Südosten Europas, ein paar Euros erbetteln um ein karges Überleben zu sichern, denn daheim gibt es weder Arbeit noch die paar Euro, die ihnen empathische Menschen mit sozialem Gewissen über den langen Tag im Freien zustecken.

Aber die wenigen Plätze, wo man nicht am Boden kauern muss, wo man etwas Abwärme vom Supermarkt bekommt, wo es eine geschützte Nische vor dem Regen gibt, die werden mit Gittern verbarrikatiert, denn sie sollen keine Platz haben, sollen sich nicht niederlassen, denn man will sie nicht sehen....  

Klaus Schwertner hat mit seinem Aufruf über facebook aus dem sehr „unchristlichen Gitter“ beim Durchgang neben der Karlskirche ein beispielhaftes Gitter der Nächstenliebe gemacht

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10155834033164807&set=pcb.10155834033434807&type=3&theater

Die vergitterte Bank wird nun zu einem Platz, wo hilfsbereite Menschen Kleidung, Essen und Dinge die für obdachlose Menschen hilfreich sind, deponieren können. So kann sich aus einer sehr negativen und unchristlichen Geste im Kirchendurchgang doch noch ein positiver Aspekt ergeben.

Beim Billa in der unteren Wiedner Hauptstraße wurde vor einem Jahr ein massives Gitter errichtet um den Menschen das bisserl Abwärme vom Supermarkt zu verwehren. Trotzdem kniete vor wenigen Wochen wieder jemand dort, er könnte es ein wenig warm haben, aber der Hausinhaber mit adeligem Namen schwadroniert von Verschmutzung und wie er dazu käme den Abfall im Keller, der durch das Abluftgitter fällt, zu entsorgen.... Die Mitarbeiter_innen im Billa betonten, dass sie nie Probleme mit den bettelnden Menschen vor der Eingangstüre hatten.

Auch die Bawag/PSK in der Favoritenstraße 39 stellt mit einem Gitter vor einer Sitznische in seiner Marmorfassade stellt ihre Unmenschlichkeit zur Schau, der Bettler sitzt jetzt am Boden.
Wir fordern die Geschäftsleute und tätlichen Hausverwaltungen neuerlich auf diesen unmenschlichen Unsinn abzustellen, die sind eines wohlhabenden Bezirkes nicht würdig.